Pflegeleistungen im Überblick

Ist es wirklich Zeit für Hilfe von Dritten? Meistens lässt sich der Alltag doch gut bewältigen. Oft ist die Selbstwahrnehmung des Menschen in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten, die man sein Leben lang ohne Probleme anwendet, übertroffen. Erst durch Familie, Freunde oder Bekannte wird bewusst, dass möglicherweise ein Pflegebedarf besteht. Beispielsweise wenn der Alltag beschwerlicher wird, die Bewegungsfähigkeit nachlässt oder die zeitliche und räumliche Orientierung eingeschränkt zu sein scheint. Eventuell wirken die Wohnung oder die Kleidung des Betroffenen zunehmend ungepflegt. Ebenso kann ein Unfall oder eine Krankheit dem Betroffenen den Alltag erschweren.

All das können Anzeichen sein, dass die Eltern oder der Partner Hilfe benötigen. Angehörigen fällt es oft schwer, sich das einzugestehen. So geht wertvolle Zeit verloren. Daher ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich bei Bedarf Rat zu holen. Also zögern Sie nicht und kontaktieren uns gern . Wir beraten Sie gern zu möglichen Pflegeleistungen und erstellen mit Ihnen ein individuelles Pflegeangebot.

Pflegedienst Qualitas - Grafik Checkliste

Um die individuelle Pflege zu sichern, gibt es verschiedene Leistungen, die Pflegebedürftige in Anspruch nehmen können:

Pflegedienst Qualitas - häusliche Krankenpflege

Häusliche Krankenpflege

Die häusliche Krankenpflege beinhaltet jegliche Pflegeleistungen für und am Patienten in seiner häuslichen Umgebung.

Pflegedienst Qualitas - Tagespflege

Teilstationäre Pflege

Als Ergänzung zur häuslichen Pflege bieten wir tagsüber pflegebedürftigen, älteren Menschen eine zusätzliche Betreuung und pflegerische Hilfe.

Pflegedienst Qualitas - ambulante Wohngruppen

Ambulante Wohngruppe

Um weiterhin selbstständig leben zu können, bieten wir Menschen mit Pflegebedürftigkeit einen eigenen Wohnraum in unseren Wohngruppen mit ambulanter Pflegeleistung.

Pflegedienst Qualitas - Verhinderungspflege

Verhinderungspflege

Auch eine private Pflegekraft braucht Urlaub oder ist verhindert. In dieser Zeit bieten wir ambulante Pflegeleistungen als ersetzende Maßnahme.

Pflegedienst Qualitas - Pflegegeld

Pflegegeld

Pflegebedürftige können anstelle der häuslichen Pflegehilfe ein Pflegegeld beantragen und sich somit selbst eine private Pflegekraft finanzieren.

Pflegedienst Qualitas - Kombinationsleistung

Kombinationsleistung

Kann eine private Pflegeperson die Pflege nicht vollumfänglich sicherstellen und wird deshalb ein Pflegedienst involviert, kann sowohl die Pflegesachleistung als auch ein anteiliges Pflegegeld bezogen werden.

Pflegebedürftige haben gegenüber Pflegekassen oder -versicherungen einen Leistungsanspruch, wenn sie mindestens sechs Monate pflegerische Unterstützung benötigen. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit erfolgt über eine Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Dazu beantragen Sie bei der zuständigen Pflegekasse Pflegesachleistungen, Pflegegeld oder eine Kombination aus beidem. Die Pflegekasse beauftragt den MDK, welcher sich mit dem Pflegebedürftigen und dessen Ärzten in Verbindung setzt, um ein Gutachten des pflegerischen Bedarfs zu erstellen. Dabei werden sechs Bereiche beurteilt:

Dabei werden sieben Bereiche beurteilt:

Mobilität Kognitive und kommunikative Fähigkeiten Verhaltensweisen und psychische Problemlagen Selbstversorgung Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Belastungen Gestaltung des Alltagslebens soziale Kontakte

Je nach Einstufung durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen wird ein Pflegegrad vergeben, welcher die Pflegebedürftigkeit und den daraus resultierenden  Anspruch auf Pflegeleistungen angibt. Sollte sich der pflegerische Zustand mit der Zeit verschlechtern, kann ebenso eine Höherstufung des Pflegegrades beantragt werden.

KONTAKT MIT PFLEGEKASSE

1. Antrag stellen

Stellen Sie einen Antrag auf Leistungen bei Ihrer Pflegekasse. Wählen Sie zwischen Pflegegeld, -Sachleistungen oder eine Kombination aus beidem.

2. Begutachtung

Die Pflegekasse beauftragt den MDK zur Begutachtung. Der Gutachter vereinbart mit Ihnen einen persönlichen Termin, bei dem die Pflegebedürftigkeit festgestellt wird.

3. Pflegegutachten

Der MDK erstellt auf Grundlage der gesammelten Informationen ein Pflegegutachten. Die Pflegekasse für über das Resultat informiert.

4. Bewilligung/Ablehnung

Aufgrundlage des Pflegegutachten bewilligt die Pflegekasse Ihren Antrag. Ggf. ist die Pflegebedürftigkeit nicht in der Art gegeben, wie von Ihnen eingeschätzt. In diesem Fällen erhalten Sie eine Ablehnung oder Anpassung Ihrer Pflegekasse.

PFLEGELEISTUNGEN

Übersicht der gesetzlichen Pflegeleistungen

Neu seit 01.01.2022

Die neue Pflegereform sieht finanzielle Entlastungen für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 vor, die in der eigenen Häuslichkeit professionell versorgt werden. Ab dem 1. Januar 2022 werden die Beträge für Pflegesachleistungen um 5% und der Kurzzeitpflege um 10% erhöht.

Der Anspruch auf häusliche Pflegehilfe umfasst je Kalendermonat nun:

  • Pflegegrad 2: 724 Euro statt bisher 689 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.363 Euro statt bisher 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.693 Euro statt bisher 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.095 Euro statt bisher 1.995 Euro

Die Leistungen der Kurzzeitpflege sind von 1.612 Euro auf 1.774 Euro pro Kalenderjahr gestiegen.

Die Beträge für das Pflegegeld werden hingegen nicht angehoben.

Pflegefachkräfte bekommen ab Januar 2022 mehr Entscheidungsbefugnisse – sie können nun selbst eine Verordnung für Pflegehilfsmittel ausstellen. Bisher musste der Bedarf bereits in der Pflegebegutachtung festgehalten werden. Ab Januar 2022 kann dies auch von einer Pflegefachkraft übernommen werden, die dann den Antrag an die Pflegekasse weiterleitet.

Ab 01. Januar 2022 haben Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad Anspruch auf die Erstattung der Kosten für eine digitale Pflegeanwendung (DiPa). Beispielsweise bei der Nutzung einer App oder Online-Anwendung, die Pflegende sowie Pflegebedürftige bei der täglichen Pflege unterstützen soll. Der Anspruch besteht für eine monatliche Summe von maximal 50 Euro.

DiPAs gibt es nicht auf Rezept. Um eine digitale Pflegeanwendung von der Pflegekasse erstattet zu bekommen, muss sie in das digitale Pflegehilfsmittelverzeichnis aufgenommen worden sein. Wer eine DiPA nutzen will, muss einen Antrag bei der Pflegekasse stellen, damit die Kosten übernommen werden.

Pflegegrad
Pflegegeld
Pflegesachleistung
Entlastungsbetrag
1
0 EUR
0 EUR
125 EUR

Personen mit anerkanntem Pflegegrad 1 erhalten bei der häuslichen Versorgung und Pflege durch Angehörige kein Pflegegeld. Es steht ihnen jedoch ein sog. Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat zur Verfügung, den sie für haushaltsnahe Dienstleistungen, erbracht durch einen ambulanten Pflegedienst, verwenden können. Daneben erhalten Personen mit Pflegegrad 1 Zuschüsse zur Wohnraumanpassung, bis zu 40 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und Zuschüsse zum Hausnotruf.

2
316 EUR
724 EUR
125 EUR

Sofern Personen mit Pflegegrad 2 in der eigenen Häuslichkeit versorgt werden, haben sie Anspruch auf 316 Euro Pflegegeld oder 724 Euro für Pflegesachleistungen pro Monat. Im Rahmen der sog. Kombinationsleistungen kann die Pflege durch Angehörige mit professioneller Pflege kombiniert werden, so dass anteilig jeweils Pflegegeld und Pflegesachleistungen gezahlt wird.

Neben Pflegegeld und Pflegesachleistungen haben Personen mit Pflegegrad 2 zusätzlich Anspruch auf Leistungen der Tages- und Nachtpflege (724 Euro/Monat), Betreuungs- und Entlastungsleistungen (125 Euro/Monat), Kurzzeitpflege (1.774 Euro, max. Acht Wochen pro Kalenderjahr), Verhinderungspflege (1.612 Euro, max. sechs Wochen je Kalenderjahr) sowie Zuschüsse zur Wohnraumanpassung (bis zu 4.000 Euro), zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel (40 Euro/Monat) und Zuschüsse zum Hausnotruf .

3
545 EUR
1.363 EUR
125 EUR

Personen mit anerkanntem Pflegegrad 3, die in der eigenen Häuslichkeit versorgt werden, erhalten 545 Euro Pflegegeld oder 1.363 Euro für Pflegesachleistungen pro Monat. Im Rahmen der sog. Kombinationsleistungen kann die Pflege durch Angehörige mit professioneller Pflege kombiniert werden, so dass anteilig jeweils Pflegegeld und Pflegesachleistungen gezahlt wird.

Zusätzlich haben Sie Anspruch auf 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen, auf Verhinderungspflege (1.612 Euro, max. sechs Wochen je Kalenderjahr) und Kurzzeitpflege (1.774 Euro, max. Acht Wochen pro Kalenderjahr), Leistungen der Tages- und Nachtpflege (1.363 Euro/Monat), Zuschüsse zum Hausnotruf, zur Wohnraumanpassung sowie Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro pro Monat.

4
728 EUR
1.693 EUR
125 EUR

Personen mit Pflegegrad 4 erhalten, sofern sie zuhause versorgt werden, 728 Euro Pflegegeld oder 1.693 Euro für Pflegesachleistungen pro Monat. Im Rahmen der sog. Kombinationsleistungen kann die Pflege durch Angehörige mit professioneller Pflege kombiniert werden, so dass anteilig jeweils Pflegegeld und Pflegesachleistungen gezahlt wird.

Daneben haben sie Anspruch auf Leistungen der Tages- und Nachtpflege (1.693 Euro/Monat), der Kurzzeitpflege (1.774 Euro, max. Acht Wochen pro Kalenderjahr), Verhinderungspflege (1.612 Euro, max. sechs Wochen je Kalenderjahr), 125 Euro für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen sowie Zuschüsse zur Wohnraumanpassung, zum Hausnotruf sowie zu Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.

5
901 EUR
2.095 EUR
125 EUR

Personen mit Pflegegrad 5 erhalten bei der ambulanten Versorgung 901 Euro Pflegegeld oder 2.095 Euro für Pflegesachleistungen pro Monat. Im Rahmen der sog. Kombinationsleistungen kann die Pflege durch Angehörige mit professioneller Pflege kombiniert werden, so dass anteilig jeweils Pflegegeld und Pflegesachleistungen gezahlt wird.

Zusätzlich stehen ihnen Leistungen der Tages- und Nachtpflege (2.095 Euro/Monat), dder Kurzzeitpflege (1.774 Euro, max. Acht Wochen pro Kalenderjahr), Verhinderungspflege (1.612 Euro, max. sechs Wochen je Kalenderjahr), 125 Euro für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen sowie Zuschüsse zum Hausnotruf, zu zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln und zur Wohnraumanpassung zu.

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